"Miss Tibet" hat Rückgrat

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www.abendblatt.de/daten/2005/07/15/459457.html

Tashi Yangchen sorgt in diesen Tagen weltweit für Schlagzeilen. Die Studentin der Wirtschaftswissenschaften hat nämlich als "Miss Tibet" den Unwillen der chinesischen Führung erregt. Diese sieht das Dach der Welt als chinesische Provinz und nicht als selbständigen Staat. Deshalb sei der Titel "Miss Tibet" irreführend, finden die Machthaber in Peking, und ¨bten Druck auf die Veranstalter des internationalen "Miss Tourismus" — Schönheitswettbewerbs in Malaysia aus. Entweder die tibetanische Schönheitskönigin trete als "Miss Tibet-China" auf oder gar nicht, ließ China die Veranstalter in Malaysia wissen.

Tashi Yangchen findet jedoch, als "Miss Tibet-China" teilzunehmen sei politisch nicht korrekt. "Das kommt fär sie nicht in Frage", sagte eine Sprecherin. China habe noch nicht das politische Problem um Tibet gelöst. Kurzerhand sagte die schöne Tibeterin ihrerseits die Teilnahme an der Beauty-Show ab und blieb in London, wo sie studiert. Schon im Februar hatte China einen Auftritt von "Miss Tibet" in Simbabwe verhindert.

Tashi war im Oktober vergangenen Jahres im indischen Dharamsala, dem Sitz der tibetanischen Exilregierung des Dalai Lamas, zur Schönheitskönigin gekrönt worden. Der Dalai Lama war 1959 nach der Besetzung Tibets durch China geflohen.
(Michael Lenz)

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